Vorfeldkommas im Wandel der Zeit

Présentée par Prof. Dr. Kristian Berg

Wer mit aktuellen Texten von Schülerinnen und Schülern oder Studierenden zu tun hat, kennt wahrscheinlich Kommas wie das im folgenden Beispiel:

(1) Neben der üblichen Sommerstagnation, tritt auch eine Herbst- und Winterstagnation auf.

Hier wird ein Komma vor dem finiten Verb – also am Ende des Vorfelds – gesetzt, und dieses Komma ist normativ nicht erlaubt. Gleichzeitig haben viele Lehrkräfte den Eindruck, dass die Verbreitung zunimmt. Stimmt das?

Zur Beantwortung dieser Frage werden neben Texten aus dem Internet auch historische und zeitgenössische Abiturarbeiten herangezogen. Es wird gezeigt, dass

a) Vorfeldkommas vor allem in den letzten Jahren häufiger geworden sind;

b) was die grammatischen Bedingungen sind, unter denen sie vor allem auftreten; und

c) dass sie nur schwer ins Kommasystem des Deutschen passen, wie es bspw. von Primus (1993) modelliert wurde.