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Lukas Wolff

Assistant doctorant

Vita

Lukas Wolff studierte Germanistik und Anglistik im Bachelor sowie Neuere Deutsche Literaturwissenschaft im Master an der Leibniz Universität Hannover. Als Einstein-Stipendiat entwickelte er 2017 sein Dissertationsprojekt an der Friedrich Schlegel Graduiertenschule. Im Anschluss wurde er Promotionsstudent in Allgemeiner und Vergleichender Literaturwissenschaft an der Freien Universität Berlin. Seit Sommer 2019 ist Lukas Wolff als Assistant doctorant an der Université de Neuchâtel tätig.


Dissertationsprojekt

Die Promotion befasst sich mit dem Thema der Zeit in der Literatur und Physik. Ausgangspunkt dafür bildet die Formulierung der Relativitäts- und Quantentheorie zu Anfang des 20. Jahrhunderts und die damit markierte Zäsur in der Geschichte der Wissenschaften.

Die Dissertation unternimmt vor diesem Hintergrund eine systematische Untersuchung der Zeit als einem Erkenntnisobjekt, das sich durch seine Konstitution als gemeinschaftliches Diskursobjekt von Literatur und Physik auszeichnet und im Kreuzungsfeld grundsätzlich geteilter Verfahren beider Disziplinen begründet sieht. In ihrem Zugriff liest die Arbeit Texte aus der theoretischen und praktischen Physik daraufhin, wie deren rhetorisch-argumentative Darstellungen ein ästhetisch codiertes Wissen von Zeit generieren. Und sie analysiert und interpretiert inhaltlich und formal die Literatur, die für ihre poetisch-künstlerische Gestaltung von Zeit und Erzählung explizit auf die Theorien und Experimente der Physik rekurriert.

Die Promotion strebt derart eine neue Verhältnisbestimmung von Literatur und Physik an, die nicht davon ausgeht, dass jede ein klar differenziertes Aufgabenprofil besitzt, sondern dass beide im Bereich von Narration, Ästhetik, Fiktion und Poetik konvergieren und gleichsam am Wissen von und über die Zeit partizipieren. Dafür nimmt sie an, dass gerade Mittel der literaturwissenschaftlichen Analyse und Interpretation neuen Aufschluss geben können, wie sich Zeit und Zeitwissen jenseits gängiger Diskursgrenzen konstituiert.

 

Publikationen

Vorträge:

Der Physiker in Ferien. Alltag und Wissenschaft in Hermann Brochs „Die Unbekannte Größe“. Workshop The Poetics and Practices of the Everyday. The Art of Prose. Columbia University New York, 29.–30. März 2019.

Übersetzungen:

Daniel Hartley: Die Stimmen des Kapitals. Poetik der Kritik jenseits von Empfindsamkeit und Zynismus. Übers. v. Lukas Wolff. In: Michael Bies, Elisabetta Mengaldo (Hg.): Marx konkret. Poetik und Ästhetik des Kapitals. Göttingen: Wallstein 2020 [im Erscheinen].

 

Adresse

Institut de langue et littérature allemandes

Espace Tilo-Frey 1

Raum 3.E.49

CH-2000 Neuchâtel

E-Mail

lukas.wolff@unine.ch

 

Sprechstunde

Termin: Nach Vereinbarung

Bildquelle/Copyright: Lorenz Becker