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NCCR Plant Survival: big in Japan!

pressemitteilung vom 10. Januar 2011

Von heute an bis zum 14. Januar treffen Schweizer Spezialisten für Chloroplasten (d.h. für die Photosynthese verantwortliche pflanzliche Zellorganellen) ihre japanischen Kollegen in Villars-sur-Ollon (VD). Dieses vom Schweizerischen Nationalfonds und der Japanischen Gesellschaft für Wissenschaftsförderung (JSPS) unterstützte binationale Seminar ist seit 2003 das vierte seiner Art. Sechs Professoren des nationalen Forschungsschwerpunkts (NCCR) Plant Survival sind dazu eingeladen.

Dieses Kolloquium, das rund zwanzig sorgfältig ausgesuchten Professoren und fortgeschrittenen Forschern vorbehalten ist, findet abwechselnd in einem der beiden Ländern statt. Thema der Veranstaltung von 2011 ist die Anpassung der Chloroplasten an Veränderungen der klimatischen Bedingungen. Es wird von Evolution, Akklimation und Regulation die Rede sein. Die Zusammenkunft wird von Christian Fankhauser (Universität Lausanne) und Toru Hisabori (Tokyo Institute of Technology) gemeinsam organisiert.

Die bilaterale Zusammenarbeit hat es Felix Kessler, Professor für Pflanzenphysiologie an der Universität Neuenburg, ermöglicht, im Sommer 2010 einen Forschungsaufenthalt in der Gruppe von Professor Toshiharu Shikanai in Kyoto wahrzunehmen. Die zwei Biologen haben unabhängig voneinander die Entdeckung eines Proteins (ABC1) in die Wege geleitet, das eine Schlüsselrolle in der Regulierung der Photosynthese (Vorgang, bei dem Licht von der Pflanze in assimilierte Energie umgewandelt wird) hinsichtlich der Veränderungen der Umwelt (Licht, Feuchtigkeit etc.) spielt. Wohingegen das Team von Felix Kessler die Funktionsweise des Proteins hervorgehoben hat, hat dasjenige von Toshiharu Shikanai das Gen identifiziert, das diese Protein-Synthese kontrolliert. Während seines Aufenthaltes im Land der aufgehenden Sonne hat sich der Professor aus Neuenburg besonders für die Messmethoden der Effizienz der Photosynthese interessiert, die vom japanischen Labor intensiv betrieben wird.

Der Genfer Professor Jean-David Rochaix, Spezialist für Chlamydomonas-Algen, ist Initiator dieser schweizerisch-japanischen Begegnungen. Er spart nicht mit Lob gegenüber dieser Form von Austausch: «Die Ergänzung zwischen meiner, in der Molekulargenetik von Chloroplasten spezialisierten Gruppe, und derjenigen von Yuichiro Takahashi (Universität von Okayama), die besonders leistungsfähig in der biochemischen Analyse von photosynthetischen Komplexen ist, war sehr fruchtbar. Diese Zusammenarbeit führte zu zahlreichen gemeinsamen Publikationen.»

Auch Christian Fankhauser, Professor am Zentrum für integrative Genomik an der Uni Lausanne, ist voll des Lobes: «Ein im Jahr 2010 veröffentlichter Artikel, der die Bedeutung eines Proteins (PKS2) in der Positionierung und Abflachung der Blätter aufzeigte, war die Frucht der guten Zusammenarbeit mit der Gruppe von Ken-ichiro Shimazaki (Universität von Kyushu), die anlässlich des Treffens 2008 besucht wurde.»

Die Schweizer Forschung hat nach allgemeiner Ansicht dank dieser Partnerschaft enorm gewonnen. Aufgrund des sehr hohen wissenschaftlichen Niveaus stellen diese Kolloquien zusätzliche Gelegenheiten dar, die langjährige, fruchtbare und für beide Länder gewinnbringende Zusammenarbeit weiterzuführen.

Der NCCR Plant Survival nimmt auch noch an einer anderen Initiative des JSPS teil : dem Core-to-Core Programm, welches dazu dient, länderübergreifende Netzwerke der Spitzenforschung aufzubauen. In diesem Rahmen wird im September 2011, im Vorfeld einer internationalen Tagung zur Resistenz von Pflanzen gegen Insekten und Pathogene, eine japanische Delegation in Neuchâtel  zu Gast sein.

kontakt


Prof. Christian Fankhauser
Centre intégratif de génomique
Université de Lausanne
Christian.fankhauser@unil.ch
Tel. +41 21 692 39 41 / 39 20


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