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Kampf gegen von Fliegen und Mücken übertragene Krankheiten

pressemitteilung vom 26. August 2009

Obwohl der Einsatz von toxischen Produkten noch immer als Hauptstrategie zur Bekämpfung von krankheitsübertragenden Insekten gilt, wird engagiert nach nicht-toxischen Alternativen gesucht. Mehrere Stimmen plädieren in Neuenburg dafür, sich natürlichen chemischen Signalen zuzuwenden, welche die natürlichen Verhaltensweisen der Insekten stören und so die Übertragung von Krankheiten wie Denguefieber, Gelbfieber oder Schlafkrankheit verhindern.

Zu den vielversprechenden Kandidaten zählen die natürlichen chemischen Verbindungen, die die Organismen untereinander austauschen, wie beispielsweise abstossende Substanzen (repellents) oder andere informationstragende Signale, so genannte Semiochemikalien. «Mit Hilfe dieser repulsiven Botenstoffe, die anhand bereits in der Natur bestehender Moleküle entwickelt werden, könnten Verhaltenskontrollen bei diesen Insekten durchgeführt werden», schlägt John Pickett, Professor am Rothamsted Research in Harpenden (UK), vor.

Die Insekten finden ihren Weg, indem sie dem von ihrem potentiellen Wirt verströmten Geruch folgen. Erstaunlicherweise produzieren jedoch einige der Wirtsindividuen ein und derselben Art einen abstossenden Geruch. In einer Studie über die Mücke Aedes aegypti, Überträger von Denguefieber und Gelbfieber, isolierten John Pickett und seine Kollegen 33 Komponenten, die von dieser Mücke erkannt werden können. Experimente über den Flug der Insekten zeigten jedoch, dass nur fünf dieser Substanzen einen störenden Einfluss auf das Flugverhalten der Mücken haben.

Das britische Team stellt in Neuenburg auch Ergebnisse über die Tse-Tse-Fliege vor. Dieses Insekt ist Vektor der Schlafkrankheit, eine in 37 afrikanischen, südlich der Sahara gelegenen Ländern endemische Krankheit. Ziel ist es, die Übertragungsrate der Trypanosomen zu reduzieren, also jener einzelligen Würmer, die am Ursprung der Krankheit stehen, indem die Insekten, die sie übertragen, in Fallen gefangen werden. Bei in Burkina Faso durchgeführten Versuchen verglichen die Wissenschaftler die Attraktivität von Mückenfallen mit oder ohne Locksubstanzen. Sie hoben hervor, dass die Kombination der Körpergerüche von Vieh oder Menschen die Anzahl der gefangenen Mücken der Art Glossina palpalis gambiensis verdoppelt, wohingegen der Viehgeruch für sich allein die Attraktivität für Glossina tachinoidies verfünffacht.

Die Tse-Tse-Fliege wird ebenfalls an der Universität Neuenburg untersucht, und zwar im Rahmen eines umfangreichen, von Patrick Guerin geleiteten Projekts, das acht afrikanische Länder mit einbezieht und von der Weltgesundheitsorganisation unterstützt wird. Alexandre Gurba hatte zum Ziel, den Flug dieses Insekts zu analysieren, das Substanzen ausgesetzt wurde, die es in eine Falle locken sollen. Für die Durchführung stand ihm ein Flugtunnel zur Verfügung, der es ihm erlaubte, den Flug von Glossina brevipalpis, einer Tse-Tse-Fliege aus Waldgebieten, die vom Geruch menschlichen Atems und gleichzeitig von einem visuellen Ziel angelockt wurde, dreidimensional zu filmen. Mit dieser Vorrichtung konnte gezeigt werden, dass die Fliege den Duftköder zwar zur Bestimmung ihrer Flugrichtung benutzt, dass aber hauptsächlich der Anblick des Ziels (im vorliegenden Fall eine Silhouette des Wirts) entscheidend ist.

conferences schedule

26.08.09 / 09h00 - 09h30
John Pickett
Hypotheses for Developing New Controls for Animal and Human Disease Vectors

26.08.09 / 11h30 - 11h45
Alexandre Gurba
3D Recording of Tsetse Fly Responses to Chemical and Visual Stimuli in a Wind Tunnel

27.08.09 / 17h30 - 17h45
Sarah Dewhirst
Prospects for the Development of Odour Baits to Control the Palpalis Group Species of Tsetse Flies, Vectors of Human African Trypanosomiasis, in West Africa