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ISCE: Biochemie menschlicher Körpergerüche

pressemitteilung vom 24. August 2009

Bei Menschen wird der Achselgeruch von den Eltern vererbt. Er hat bei Frauen und Männern verschiedene Bedeutungen. Dies sind die bedeutenden Ergebnisse zweier Studien, welche die Eigenarten menschlicher Gerüche aufzeigen, die sonst nirgendwo im Tierreich zu finden sind.

Die Hauptschwierigkeit für denjenigen, der sich für den Schweiss von Menschen interessiert, ist sein Fehlen, genauer gesagt: das Fehlen des Geruchs in frischem Schweiss. Denn der Schweiss, der von Drüsen in den Achselhöhlen abgesondert wird, ist absolut geruchslos. Erst in Kontakt mit Bakterien auf der Hautoberfläche, das heisst mit Enzymen, die von diesen Bakterien gebildet werden, erhält er einen Geruch.

Andreas Natsch vom Forschungszentrum Givaudan in Dübendorf hat in Neuenburg die Ergebnisse seiner Studie vorgestellt, die den genetischen Ursprung der von den menschlichen Achselhöhlen sekretierten Säuren aufzeigt. Die Studie wurde mit zwölf Zwillingspaaren durchgeführt. Sie bestand darin, Geruchsvorläufer für Säuremoleküle in den Achselhöhlen zu untersuchen:. Diese Vorläufermoleküle wurden je mit denselben Enzymen eines Hautbakteriums in Verbindung gebracht, um die Duftmischungen freizusetzen und zu analysieren. Resultat: Die Zwillinge weisen fast identische Körpergerüche auf, die demzufolge genetisch bedingt sind.

«Die Ernährung spielt ebenfalls eine Rolle bei den Körpergerüchen, zum Beispiel in Indien, wo starke Gewürze verwendet werden. Aber diese Gerüche werden nicht über die Achselhöhlen verströmt. Achselschweiss ist rein genetischen Ursprungs», präzisiert Andreas Natsch.

In einer Folgestudie wurde untersucht, ob diese Düfte von den Genen, die für die Verträglichkeit von Organtransplantationen verantwortlich sind, beeinflusst werden: Bei Mäusen weiss man, dass diese Gene den Uringeruch und die Partnerwahl beeinflussen und beim Menschen wurden Hinweise auf solche Effekte ebenfalls gefunden. Die Resultate zeigen aber, dass beim Menschen, anders als bei den Mäusen, das Duftprofil der Säuren nicht über diese Gewebeverträglichkeitsgene gesteuert wird.

Christian Starkenmann von Firmenich in Genf hat seinerseits eine Studie überwacht, welche die Unterschiede in der Zusammensetzung der Geruchsvorläufer bei Frauen und Männern aufzeigt. Ein Unterschied besteht im Verhältnis von zwei Komponentenklassen. «Die Geruchsvorläufer beim Mann weisen mehr Säuren auf, die im Kontakt mit Hautbakterien einen käseähnlichen Duft ergeben. Frauen hingegen produzieren mehr Schwefelverbindungen, welche eher an tropische Früchte und Zwiebeln erinnern.»

Diese Daten wurden mittels Analysen von sterilen und geruchslosen Achselhöhlenabsonderungen ermittelt, die während drei Jahren bei 49 freiwilligen Versuchspersonen nach Saunabesuchen gewonnen wurden. Parallel dazu wurden Proben derselben Sekretionen mit Hautbakterien kultiviert, um zu beweisen, dass es die Geruchsvorläufer sind und nicht die Bakterien, die den Geruchsunterschied in den Achselhöhlen bei Frauen und Männern bewirken.

conferences schedule


24.08.09 / 9:30 - 10:00
Andreas Natsch, Givaudan AG, Dübendorf
The Biochemistry of Human Body Odor: Genetic Effects on Odor Precursor Secretion and Enzymes of the Skin Microflora Involved in Odor Release
 
24.08.09 / 10.00 - 10:30
Christian Starkenmann, Firmenich SA, Genève
Analytical Challenges in Understanding Gender-Specific Differences in Human Body Odors