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ISCE: Chemische Ökologen aus aller Welt in Neuchâtel

Einladung an die Medien vom 11. August 2009

Vom 23 bis zum 27. August richtet die Universität von Neuchâtel die 25ste Jahrestagung der Internationalen Gesellschaft für Chemische Ökologie (International Society of Chemical Ecology, ISCE) aus. Organisiert vom nationalen Forschungsschwerpunkt (NCCR), Überlebenserfolg von Pflanzen wird das Ereignis etwa 300 Wissenschaftler aus der ganzen Welt zusammenbringen.

Die chemische Ökologie untersucht die älteste und universellste Form der Kommunikation zwischen lebenden Organismen: den Austausch natürlich erzeugter chemischer Substanzen. Das Forschungsfeld beschäftigt sich hauptsächlich damit, Moleküle zu identifizieren, die bei der Reproduktion, der Nahrungssuche oder bei der Verteidigung gegen Räuber oder Krankheiten eine Rolle spielen. Anpassungsmechanismen, Symbiosen oder Nahrungspräferenzen sind ebenso Phänomene, die auf Moleküle zurückzuführen sind, welche die Protagonisten untereinander austauschen. Das Konzept beschränkt sich nicht auf terrestrische Systeme: Fische, wirbellose Meeresbewohner und Algen kommunizieren ebenfalls auf diese Weise. Das Gleichgewicht eines jeden Ökosystems hängt von der guten Regulierung dessen chemischer Wechselwirkungen ab.

In Neuchâtel erwartet die Teilnehmer ein reichhaltiges Programm, welches fünf Hauptthemen umfasst. Die Chemie der Gerüche bei Wirbeltieren wird beispielsweise die Unterschiede in den Körpergerüchen von Männern und Frauen vorstellen. Das Kapitel, das den Geschlechtspheromonen der Insekten gewidmet ist, stellt deren Anwendung im Kampf gegen Schädlinge in der Landwirtschaft vor. Die Mechanismen der Pflanzenabwehr gehen auf die Emission duftender Substanzen ein, die als Hilferufe von Pflanzen wirken können. Daneben wird die Bedeutung von chemischen Signalen für Vektoren von Tropenkrankheiten wie Tsétsé Fliege oder Malaria erwähnt. Der Kongress wird mit einer Sitzung enden, die der Bestäubung gewidmet ist. Hier geht es um die vielfältigen Strategien, die Pflanzen entwickelt haben, um die für ihre Reproduktion unentbehrlichen Bestäuber, wie Schmetterlinge, Wespen oder Bienen anzulocken.