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Pflanzliche Evolution in Neuenburg

pressemitteilung vom 28. Januar 2008

Zu Ehren von Professor Philippe Küpfer, der letzten Herbst in Ruhestand getreten ist, werden sich vom 30. Januar bis am 1. Februar mehr als 80 Spezialisten zu einem internationalen Kongress zusammenfinden. Organisator dieser den Arten und ihrer Evolution gewidmeten Veranstaltung ist der Nationale Forschungsschwerpunkt Überlebenserfolg von Pflanzen. Er möchte auf diese Weise die Karriere dieser Persönlichkeit, welche die Botanik in Neuenburg stark geprägt hat, würdigen.

Philippe Küpfer war nacheinander Assistent, Oberassistent und Professor am Botanischen Institut Neuenburg, das er von 1993 bis 1996 leitete. Als Schüler von Claude Favarger erbte er 1983 dessen Lehrstuhl, und während eben dieser Zeit war er auch Präsident der Schweizerischen Botanischen Gesellschaft (1982-1984). Auf der Suche nach seltenen und endemischen Arten durchquerte er die Bergketten der Alpen bis hinunter zum Mittelmeer. Er konnte zahlreiche Hahnenfussarten identifizieren und erlangte aufgrund seines Wissens über Enziangewächse grosse Bekanntheit.

Er war einer der ersten Schweizer, der für die Klassifizierung von pflanzlichen Arten molekulare Methoden anwendete. «Dieser Ansatz macht jedoch keinen Sinn, wenn er nicht engen Bezug nimmt zu den Bedingungen, welche die Mikroevolution lenken: der Boden, sein Relief, das Klima sowie die geographische Isolierung», stellt sein Kollege, Professor Michel Aragno, fest. «Die vom Boden ausgehende Evolution ist das Herzstück der evolutionären Botanik, der sich Philippe Küpfer und sein Forschungsteam mit Leib und Seele verschrieben haben.» Sein Labor ist überdies für Pflanzensystematik international hoch anerkannt.

François Felber, Direktor des Botanischen Gartens von Neuenburg und ehemaliger  Doktorand von Philippe Küpfer, ist voller Lob:  «Er ist ein Mensch von grosser geistiger Offenheit, der sich während seiner gesamten Laufbahn hingebungsvoll seinem Labor an der Universität Neuenburg gewidmet hat. Es ist ihm gelungen, seine Leidenschaft für Botanik an zahlreiche Generationen von Studenten und Doktoranten weiterzugeben.»

Dies bestätigen seine ehemaligen Assistenten, die sich den eingeladenen Referenten anschliessen, um zu versuchen, den Begriff «Art» bzw. «Spezies» neu zu definieren. Denn heute, da die natürliche Selektion gemäss Darwin mit menschlichen Eingriffen konfrontiert wird, erfährt dieser Begriff eine tiefgehende Bedeutungsveränderung. Welche Konsequenzen muss man daraus aus evolutiver, taxonomischer, ökologischer und reproduktiver Sicht ziehen?

In der traditionellen Landwirtschaft hat der Mensch seit jeher durch Kreuzen von Pflanzen den Ertrag und die Qualität der pflanzlichen Produktion verbessert. Zu diesem Selektionsverfahren sind heute biotechnologische Fortschritte hinzugekommen, die durch genetisch veränderte Pflanzen den Begriff «Art» oder «Spezies» zutiefst in Frage stellen. Die Experten erwähnen auch die Ausbreitung invasiver Pflanzen. Die Leichtigkeit, mit der sich Samen zwischen den Kontinenten «bewegen», ermöglicht es den Pflanzen, sich ungehemmt zu verbreiten, auch deshalb, weil im neu eroberten Habitat keine natürlichen Feinde existieren.

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Plant Species Concepts and Evolution
International Conference

From January 30th to February 1st, 2008, at the University of Neuchâtel.

Contact persons at the NCCR Plant Survival:
Dr Claire Arnold, scientific coordinator
Dr Jason Grant, research officer