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Ted Turlings, der Nachfolger von Martine Rahier

pressemitteilung vom 21. Februar 2008

Auf Vorschlag des Rektorats der Universität Neuenburg hat der Schweizerische Nationalfonds die Ernennung von Professor Ted Turlings zum Direktor des Nationalen Forschungsschwerpunkts (NCCR) Plant Survival gutgeheissen. Am 1. April 2008 wird der neue Direktor sein Amt als Nachfolger von Professorin Martine Rahier antreten, welche ihre neuen Aufgaben als Rektorin der Uni Neuenburg am 1. August aufnehmen wird.

Der NCCR Plant Survival besteht seit April 2001. Er ist ein schweizerisches, interdisziplinäres, wissenschaftliches Netzwerk, das von der Universität Neuenburg aus geleitet wird. Seine 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die auf zwölf verschiedene Standorte verteilt sind (Universitäten, Polytechnische Hochschulen, eidgenössische Forschungsstationen), untersuchen die Wechselwirkungen zwischen Pflanzen und ihrer Umwelt mit dem Hauptzweck, die Biodiversität der natürlichen Zonen zu bewahren und Lösungen für eine nachhaltige Landwirtschaft zu erforschen.

Als Inhaber eines Masters in Biologie der Universität Leiden (Niederlande) und einem Doktorat in Naturwissenschaften (1990) der University of Florida (USA) war Ted Turlings (48-jährig) von 1993 bis 1996 erst Oberassistent an der ETH Zürich, bevor er an die Universität Neuenburg wechselte, um dort seine Karriere als START-Stipendiat (Swiss Talents for Academic Research and Teaching) fortzusetzen.

Schon seit 2001 leistet er als Forschungsdirektor bedeutende Beiträge für den NCCR Plant Survival. Anfang 2008 wird er zum ordentlichen Professor für Biologie berufen. Zusätzlich zu seinen wissenschaftlichen Verantwortlichkeiten übernimmt Ted Turlings die Leitung des Graduate Programme «Plants and their Environment». Diese Bildungsmodule werden vom NCCR finanziert und sind für Doktoranden bestimmt.

Der niederländische Forscher ist für seine Arbeiten über die duftenden «Hilferufe», die verletzter Mais aussendet, bekannt, und seine Publikationen zu diesem Thema in erstrangigen wissenschaftlichen Zeitschriften sind vielbeachtet. Seine Forschungen sind darauf ausgerichtet, die Moleküle zu identifizieren, die die natürlichen Feinde der pflanzenfressenden Insekten anlocken und so die Pflanze in ihrer Schädlingsabwehr unterstützen.

Ted Turlings jüngste Forschungsarbeiten haben die Duftsignale zum Inhalt, die dieses Getreide produziert, wenn seine Blätter von Raupen der Spodoptera littoralis angefressen werden und seine Wurzeln den Käferlarven von Diabrotica virgifera virgifera zum Opfer fallen. Auf Blattebene lockt die Pflanze parasitische Wespen an, die ihre Eier in die Raupen legen, während im Erdreich entomophage Nematoden angelockt werden, welche die unerwünschten Larven infizieren und töten.

Ted Turlings Arbeiten eröffnen Perspektiven für den Einsatz von umweltverträglichen Methoden für einen besseren Pflanzenschutz bei Mais.

Prof. Ted Turlings