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Internationale Tagung in Leysin

pressemitteilung vom 10. März 2005

Umweltaggressionen und Pflanzenresistenz

Wissenschaftliche Bilanz von vier Jahren Arbeit im Nationalen Forschungsschwerpunkt (NFS) Plant Survival. Eine Tagung am 1. und 2. April in Leysin (VD).

Wein, der dem falschen Mehltau oder der Graufäule zum Opfer fällt; von Nachtfalterlarven verwüstete Traubenstöcke; Mais, der dem Appetit der Insekten ausgesetzt ist; der Kampf gegen die Dürre: Die Pflanzen ringen ständig ums Überleben. Doch sie können dabei auf natürliche Abwehrmechanismen zählen. Ihrer Erforschung widmet sich der NFS Plant Survival seit seiner Gründung im April 2001. Die Ergebnisse dieser Arbeit haben grosse praktische Bedeutung für die Entwicklung der Landwirtschaft. Denn aus der Arbeit des NFS Plant Survival entwickeln sich Pflanzenschutzmethoden, die in der Schädlingsbekämpfung nicht auf chemische Pestizide setzen, sondern Lösungen, die auf nachhaltige Entwicklung und Erhaltung der Biodiversität zielen.

Die Forschungsbestrebungen des NFS Plant Survival wurden bereits mit bedeutenden wissenschaftlichen Durchbrüchen belohnt. Ein Beispiel dafür ist die Entdeckung, dass von Schädlingen attackierte Maispflanzen mittels Geruchsstoffen um Hilfe rufen. Oder die Erkenntnis, dass es möglich ist, die Abwehrmechanismen krankheitserregender Pilze irrezuführen, in dem man sie mit speziellen Substanzen behandelt. Weitere Erfolge sind die Identifikation von Resistenzgenen gegen den falschen Mehltau bei der Rebe, oder die Entdeckung, dass es der Lupine selbst bei starker Austrocknung gelingt auf Nährstoffe in der Tiefe der Felsen zurückzugreifen.

Zur Feier des Endes der ersten Programmphase und dem Auftakt einer zweiten vierjährigen Programmphase, die kürzlich vom Schweizerischen Nationalfonds bewilligt wurde, organisiert der NFS Plant Survival vom 1. bis 2. April 2005 eine internationale Tagung in Leysin (VD). Zum Treffen werden rund 130 Teilnehmer erwartet, darunter Referenten aus ganz Europa, den USA und Australien. Sie alle verbindet ein ausgeprägtes Interesse für die Interaktionen zwischen Pflanzen und ihrer Umwelt.

Im Zentrum der wissenschaftlichen Tagung stehen drei grosse Themen: die Resistenz der Pflanzen gegen Krankheiten und Schädlinge, die Stellung der Pflanzen in natürlicher und landwirtschaftlich genutzter Umgebung, sowie die Mittel, die Pflanzen zur Verfügung stehen um Stoffwechsel und Entwicklung sicher zu stellen. Vorraussetzung fuer eine Untersuchung dieser Fragestellungen ist interdisziplinäre Zusammenarbeit. Sie umfasst Techniken der Biochemie (z.B. die Suche nach Resistenzgenen gegen Krankheiten und Dürre), sowie der Ökologie (Interaktionen zwischen Insekten und Pflanzen, das Risiko von Gentransfer zwischen den verschiedenen Arten) und schliesslich jene der Pflanzenphysiologie (das Funktionieren der Photosynthese, die Speicherung von Energie in Form von Stärke).