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Die pflanze und ihre umwelt

Vom 23. bis 25. Juli 2002 präsentiert der Nationale Forschungsschwerpunkt (NFS) "Überlebenserfolg von Pflanzen in naturnahen und landwirtschaftlichen Ökosystemen" einige seiner zwölf Forschungsprojekte an der Expoagricole (Murten) im Rahmen der temporären Ausstellung "Pflanzenforschung erleben!".

Während drei Tagen erhalten die Besucher einen Einblick in vier Aspekte des Zusammenspiels von Pflanzen und ihrer Umwelt. Der NFS ist ein Netzwerk von Forschungsgruppen aus mehreren schweizerischen Universitäten und Forschungsanstalten, das an der Universität Neuenburg koordiniert wird.

Buntbrachen

Seit einigen Jahren werden zwischen landwirtschaftlichen Feldern Flächen mit Wildpflanzen unterhalten. Mit diesen sogenannten "Buntbrachen" soll die Biodiversität des ländlichen Raumes erhalten und gefördert werden. Damit die Buntbrache ihre Rolle als ökologische Ausgleichsfläche erfüllen kann, muss die Zusammensetzung der Pflanzenarten so gewählt werden, dass sich alle darin lebenden Organismen harmonisch entwickeln können. Ein Buntbrachenmodell erlaubt den Besuchern, die Bedeutung dieses Forschungsthemas zu erfahren.

Rebenkrankheiten

Ein weiteres Projekt, das an der Expoagricole vorgestellt wird, beschäftigt sich mit verschiedenen Rebenkrankheiten, die durch Pilze verursacht werden: darunter der Falsche Mehltau und der Grauschimmel, für die es bis heute keine nachhaltigen Pflanzenschutzmethoden gibt. Es müssen neue Strategien entwickelt werden. Beispielsweise sind verschiedene Rebsorten gegen die eine oder andere Krankheit resistent. Mit einem besseren Verständnis der der Resistenz zugrunde liegenden molekularen Mechanismen könnten diese für den Pflanzenschutz genutzt werden. Resistenzen können aber auch durch Signale der betroffenen Pflanze ausgelöst werden. Die Identifikation dieser Signalstoffe und das Wissen um ihre Wirkungsweise könnte es erlauben, gezielt temporäre Resistenzen bei anfälligen Rebsorten auszulösen, ohne dabei auf Pestizide zurückgreifen zu müssen.

Insekten als Retter der Pflanzen

Die Verbindung, die einige Pflanzen mit Insekten eingehen, um sich vor Schädlingen zu schützen, ist das dritte Thema, das durch den NFS präsentiert wird. So fliegt zum Beispiel eine kleine Wespe dem Mais zur Hilfe, wenn er von einer Raupe befallen wird, die dessen Blätter frisst. Die Wespe braucht die Raupe, um ihre Eier in ihr abzulegen. Folge? Die parasitierte Raupe stirbt, was wiederum der Maispflanze dient.

Bis ans Ende der Wurzeln

Das vierte Thema befasst sich mit dem Stoffaustausch zwischen Boden und Pflanzenwurzeln. Vom Boden gelangen die für die Entwicklung und den Stoffwechsel der Pflanze notwendigen Nährstoffe (wie z. B. Phosphor) in die Pflanze. Bei Bodenverschmutzungen dringen aber auch giftige Substanzen (z. B. Kadmium) in die Pflanze ein. Wie man das verhindern kann? Genau dies herauszufinden ist eine der Herausforderungen für die ForscherInnen des NFS "Überlebenserfolg von Pflanzen".

für weitere information

Contakt: Dr. Susanne Vogelgsang

Redaktor: Igor Chlebny