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Schlangen im Gartenteich – was tun?

Bei Info fauna-karch melden sich viele Personen, die eine Ringelnatter im Garten gesichtet haben und nicht wissen, was tun. Schlangen breiten sich in Siedlungen tendenziell aus, weil sie sich dort wohl fühlen und bessere Strukturen für ihren Lebenszyklus vorfinden als in manch einem ausgeräumten Landstrich. In den allermeisten Fällen handelt es sich um Ringelnattern – absolut harmlose Besucherinnen. Das Beste, was man für sie tun kann: nichts.

 

Sind Schlangen im Garten gefährlich?

In Gärten im Schweizer Mittelland handelt es sich bei einer Schlangensichtung praktisch ausnahmslos um eine Ringelnatter. Schwimmt die Schlange im Gartenteich, dann sowieso. Ringelnattern sind komplett harmlos, sie beissen nie – auch nicht, wenn man sie zufällig berührt, etwa bei der Gartenarbeit oder beim Baden im Schwimmteich. Dazu kommt, dass Schlangen die Begegnung mit uns möglichst vermeiden. Sie suchen den Kontakt nicht und verschwinden meist in ein Versteck, sobald sie einen Menschen wahrgenommen haben.

Ringelnatter im Teich©Verena Witschi.jpgDieser Schwimmteich wird alle paar Jahre einmal von einer Ringelnatter besucht

 

Warum kommen Schlangen in den Garten?

Für das Verständnis vieler Menschen gehören Schlangen und andere Wildtiere nicht in die Siedlung, geschweige denn in einen privaten Garten. Entsprechend oft werden Schlangen eingefangen und in ein Naturschutzgebiet oder an einen Waldrand gebracht, auch herbeigerufene Wildhüter und Polizisten handeln oftmals mit guten Absichten so. Doch was gut gemeint ist, schadet in diesem Fall den Tieren und bringt meist nicht viel.

Ringelnattern im Garten haben sich nicht verirrt, sondern diesen temporären Aufenthaltsort bewusst ausgewählt. Im Siedlungsraum finden sie häufig bessere Lebensbedingungen vor als in der Landschaft, die vielerorts von Strukturen freigeräumt ist. Gerade in naturnahen Gärten befinden sich für Ringelnattern sehr wertvolle Strukturen: Komposthaufen für die Eiablage und als Futterquelle, Gartenweiher mit Amphibien, Larven und Fischen ebenfalls als Nahrungsquelle, Trockenmauern, Steinhaufen, kleine Gestrüppe und Holzbeigen als Versteck.

Ringelnattern breiten sich im Siedlungsgebiet tendenziell aus. Sie kommen von allein – und dies trotz der Gefahren, die von Hauskatzen, vom Strassenverkehr, von Lichtschächten bei Häusern und anderen Fallen ausgehen. Wenn die Bedingungen geeignet sind, leben Ringelnattern auch mitten in der Stadt, beispielsweise im Botanischen Garten in Bern.

Deshalb gilt für den Fall, dass eine Schlange im Garten gesichtet wird: Das Tier möglichst in Ruhe lassen, ausser natürlich, es sei in eine Falle geraten. Dann sollte die Schlange sorgfältig eingefangen und möglichst in der unmittelbaren Nähe wieder freigelassen werden.

Ringelnatter in Laubhaufen©Verena Witschi.jpgGut versteckte Ringelnatter in einem Laubhaufen im Garten

 

Wie lange bleibt die Schlange bei uns im Garten?

Die meisten Gärten sind als Lebensraum für eine Schlange zu klein. Die sehr mobilen Ringelnattern bleiben denn in der Regel auch nur während ein paar Tagen in einem Garten – gerade so lange, wie sie leicht Nahrung vorfinden. Das sind vor allem Frösche, Molche und ihre Larven oder Fische in einem Gartenteich. Sie räumen aber nicht den ganzen Teich leer, sondern ziehen vorher weiter. Trächtige Weibchen wählen dann und wann einen Komposthaufen für die Eiablage aus, auch sie ziehen nach einigen Tagen weiter, genauso wie die Jungtiere nach ihrem Schlupf. Viele Gartenbesitzer*innen berichten von einem einzelnen Besuch einer Ringelnatter.

Schlangenbesuche sind häufiger, wenn der Garten zu einem ganzen Lebensraumverbund gehört, entlang von Seeufern oder Fliessgewässern etwa, an Waldrändern oder angrenzend an eine Bahnlinie.  Da ist ein naturnaher Garten Teil des grösseren Habitats und wird von Ringelnattern häufiger für die Nahrungsaufnahme aufgesucht.

Naturnaher Gartenweiher©Verena Witschi.jpgGärten mit naturnahen Strukturen sind attraktiv für viele Tiere, auch für Schlangen

 

Was tun, wenn ich mich fürchte und die Schlange auf jeden Fall loswerden will?

Wer eine Schlange bei sich im Garten hat, kann dies als Kompliment für einen naturnahen Aussenraum verstehen. Wer angesichts von Schlangenbesuch aber grosses Unbehagen verspürt, kann sie durch eine Fachperson einfangen und wegbringen lassen. Kontaktieren Sie dazu die zuständige Regionalvertretung der karch. Allerdings: Lässt man eine Schlange nur in kleiner Entfernung vom Fundort wieder frei, erzielt man damit nicht die gewünschte Wirkung. Schlangen unterliegen dem so genannten homing Effekt, das heisst, sie wollen sofort wieder dorthin zurück, wo sie eingefangen wurden. Bringt man sie weiter weg, damit sie den Weg zurück nicht finden, sind sie komplett desorientiert; die Wahrscheinlichkeit ist gross, dass sie die Umsiedlung nicht überleben. Man tut dem Tier also nichts Gutes, wenn man es an einen vermeintlich «besseren» Ort bringt. Laut mehreren Studien weisen umgesiedelte Schlangen eine erhöhte Mortalität auf, sie finden sich am neuen Ort nicht mehr zurecht. (Das lässt sich auch bei Grossbaustellen beobachten, bei denen Schlangenbestände umgesiedelt werden: Auch bei optimaler Handhabung bleibt offenbar nur ein kleiner Anteil der umgesiedelten Tiere am neuen Ort und überlebt.)

Wer auf Nummer sicher gehen will, dass keine Natter den Weg in den Garten wählt, verzichtet am besten auf jegliche naturnahen Strukturen wie Holzstapel, grössere Komposthaufen, unaufgeräumte Ecken, Trockenmauern, Steinhaufen oder eben Weiher – kurz: auf alle Strukturen, die der Schlange Nahrung, Versteck oder Eiablageplatz bieten.

Chemische Abwehrmittel, die zuweilen angeboten werden, funktionieren in aller Regel nicht.

 

Gartenweiher©Simon Bolz.jpgWenn Gartenweiher Fadenmolche und andere Amphibien beherbergen, sind sie auch von grossem Interesse für die Ringelnatter

 

Wie gross ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich eine Giftschlange in unserem Garten aufhält?

Die beiden einheimischen Giftschlangenarten, Aspisviper und Kreuzotter, fehlen im Deutschschweizer Mittelland vollständig. Auch ausgebüxte Terrarientiere sind extrem selten. Im Mittelland sind es fast ausschliesslich Ringelnattern, die in Gärten angetroffen werden. Nicht selten sind Ringelnattern übrigens vollständig schwarz gefärbt. Es ist also nicht gleich eine «Höllenotter», wie auch schon befürchtet worden ist, wenn sich eine schwarze Schlange im Garten aufhält.

Natrix_helvetica_©Bertrand Baur.jpgSchwarze Ringelnatter, gesichtet im Berner Jura

Die Hauptverbreitung der heimischen Giftschlangen liegt an den sonnigen Hanglagen im Jura und in den Alpen. Zwar sind sie auch dort nur lokal vorkommend, aber ausnahmsweise kann in diesen Regionen ein Exemplar den Weg in einen Garten finden.

 

Contatto

 

Foto 2_S-Bolz_Ringelnatter1©.jpgAuch in diesem Garten sind Ringelnattern seltene, aber regelmässige Besucherinnen

 

Foto 6_Natrix_natrix_Gelege_UProkoph©.jpgKomposthaufen bieten oftmals ideale Bedingungen als Eiablageplätze für die Ringelnatter