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Nicht alltägliche Kinderstube bei Familie Biber

Die Arbeiter einer Berner Ingenieurfirma haben nicht schlecht gestaunt, als sie letzte Woche einen ehemals eingedolten Schacht eines Baches vermessen wollten: kaum war der Senklochdeckel mitten auf der Kreuzung geöffnet platschte es und eine Wasserfontäne schoss ihnen entgegen: 2 Meter unter der Strasse hat sich eine Biberfamilie fix eingerichtet und zieht da ihre 4 Jungen grosse

Nicht alltägliche Kinderstube
Was da zum Vorschein kam ist zwar nicht alltäglich aber auch nicht keine allzugrosse Sensation. Immer wieder kommen solche Biberbaue zum Vorschein. So schauten einem Landwirten, der einen Drainagedeckel im Acker öffnete, eine Mutter und zwei Junge entgegen, die sich unter dem Acker einen gemütlichen Bau eingerichtet haben.
 
Die Beispiele zeigen, dass Biber enorm anpassungsfähig sind. Normalerweise graben sie sich ihre Baue in die Uferböschung. Weshalb aber die ganze Mühe, wenn so luxuriöse Paläste unter dem Boden schlummern und nur noch bezogen werden müssen? Ein solches Heim hat nämlich gleich mehrere Vorzüge: sie sind unterhaltsarm, das ganze Jahr über angenehm kühl klimatisiert und vor allem stürzt die Decke nicht ein, selbst wenn alle paar Sekunden ein Auto mitten übers Heim donnert.
Draussen auf der Flur stürzen die selbst gezimmerten Behausungen gerne unter der Last von Traktoren oder Autos ein. Biber graben ihre Baue nämlich in den ersten 5-10 m vom Ufer entfernt direkt in die Uferböschung. Genau da haben wir Menschen in den letzten Jahrzehnten aber an 3/4 der Gewässer im Mittelland einen Wege auf der einen oder anderen oder gleich auf beiden Seiten erreichtet. Biber können gar nicht anders als ihre Baue unter diese Wege graben, was natürlich zu grösseren Konflikten führen kann.