Kunstbau

Biber-Kunstbau.jpg 

Eine einfache und elegante Lösung für immer wieder an denselben Stellen einstürzenden Biberbauen ist die Installation eines Kunstbaus. Den Bibern wird an derselben Stelle, wo sie ihren Erdbau errichtet haben ein grosses Betonrohr angeboten, das sie in der Regel schnell und dauerhaft annehmen.

Damit die Biber einen Bau mit hoher Wahrscheinlichkeit annehmen sollten folgende Faktoren beachtet werden

  • Ersatzbau (Kunstbau) nicht irgendwo installieren. Wenn der Kunstbau an derselben Stelle erstellt wird, wo vorher schon ein Biberbau war, sind die Erfolgsaussichten am grössten. 
  • Kunstbau erst ins Auge fassen, wenn an derselben Stelle mehrmals ein Bau eingestürzt ist.
  • Bei schwankendem Wasserstand am Gewässer: Eingang so anlegen, dass er immer unter Wasser liegt. 
  • Ein Kunstbau kann, wenn nicht anders möglich, auch direkt unter einer Strasse gebaut werden. Dabei unbedingt auf Stabilität der Konstruktion achten. Ist die Strasse stark befahren kann dies die Erfolgsaussichten schmälern.
  • Wird der Kunstbau komplett aus Beton gebaut sollte der ganze Bau nicht komplett hermetisch abgeschlossen werden. Besser ist auf beiden Seiten des Betonhauptelements ein Gitter zu ​verwenden, damit der Bau « atmen » kann. Dies ist wahrscheinlich einener der Hauptfaktoren, damit ein Bau angenommen wird. Wenn das Raumklima nicht stimmt werden die Biber wieder ausziehen. 
  • Genügend grosse Lüftung mit einem Rohr für die Sauerstoffzufuhr verwenden.
  • Bau halb mit Sand füllen, so ist er schnell bezugsbereit. Sollte zu viel Sand im Bau sein führen die Biber diesen ab. Ist zu wenig vorhanden müssen die Biber den Bau mühsam ausbauen, was die Erfolgschancen reduziert. 
  • Handelt es sich um eine wichtige Infrastruktur, die dadurch geschützt wird, empfiehlt es sich das Ufer links und rechts des Baueingangs auf mehreren Metern zu vergittern. 
  • Kunstbau nach Fertigstellung während mehrerer Tage im Bau und vor dem Bau mit Futter auslegen damit die Biber den Bau finden. 

Kann ein Kunstbau nicht an derselben Stelle des eingestürzten Baus erstellt werden sollten wiederum gewisse Faktoren beachtet werden

  • Kunstbau möglichst nahe am alten Standort erstellen.
  • Eine sichere Stelle suchen, wo die Tiere problemlos in den Bau eintauchen können. An grossen Flüssen kann es sein, dass der Baueingang so tief angelegt werden muss, dass er in Sommerhochwasserständen zu tief liegt, wenn die Jungen im Bau sind. Biber werden dann wahrscheinlich temporär ausziehen.
  • Kunstbau nach Fertigstellung während mehrerer Tage im Bau und vor dem Bau mit Futter auslegen damit die Biber den Bau finden. 


Die Kosten für einen Kunstbau belaufen sich je nach verwendetem Material und Gegebenheiten auf Platz auf CHF 10'000-25'000.-.

Die folgenden Bilder zeigen Schritt für Schritt wie ein Kunstbau installiert wird und worauf es ankommt, damit der Bau angenommen wird und es in der Folge nicht zu weiteren Grabaktivitäten rund um den Bau kommt.

Andi Beck und Peter Hohler haben dazu einen Artikel verfasst, der das Ganze ebenfalls schön darstellt.
Beck & Hohler 2000: Einsatz von künstlichen Biberbauten. Ingenieurbiologie 1/00

 

Pläne zum Download  
Hier finden Sie einen Plan eines Kunstbaus, der in einen Hochwasserschutzdamm eines Gewässers in der Schweiz eingebaut wurde. Der Kunstbau hat ein Rohr als Zugang um mit einer Kamera in den Kunstbau blicken zu können. 

Hier finden Sie einen Plan eines Kunstbaus, der in einem Werkkanal eines Kraftwerks gebaut wurde. Weil die Ufer mit Spundwänden abgedichtet wurden, konnten die Biber keine Baue mehr anlegen und das Gewässer nicht mehr verlassen. Während der Bauarbeiten wurden die Biber in der Wildstation Landshut gehältert und dann direkt über den eingebauten Schacht in den Bau wieder ausgesetzt ( siehe hier ).

Bau von zwei Kunstbauten in Zeitraffer: 

  • Kunstbau 1 in einem Hochwasserdamm
  • Kunstbau 2 an einem kleinen Entwässerungsgraben im Landwirtschaftgebiet


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Einbau eines Kunstbaus
(alle Bilder: Daniel Trachsel)

Der Erdbau der Biber lag hier direkt unter dem Fussweg, der dem Gewässer entlang führt. Distanz zum Wasser ca. 5 m.






























Der Erdbau der Biber lag hier direkt unter dem Flurweg, der dem Gewässer entlang führt. Distanz zum Wasser 3-4 m.

















Nachdem der Biberbau geöffnet wurde sieht man den Tunnel, der vom Gewässer her in den Erdbau geführt hat.

















Mit dem Bagger wird parallel zum Gewässer ein Graben gezogen. Dies soll die Biber daran hindert, weiter unter den Weg zu graben.





























Für den eigentlichen Biberbau kann ein Betonrohr mit einem Durchmesser von 1 m und ca. 1 m Länge verwendet werden.

















Da beim Einbau von Kuntbauten meist der Zubringertunnel zerstört werden muss um die Löcher richtig zu verschliessen, kann mit einem U-Rohr ein Tunnel zum Gewässer installiert werden. Dies sollte einen Querschnitt von 50 cm aufweisen.
Hierbei ist es wichtig, dass vor dem Kunstbau alles gut vergittert wird. Die Biber graben sonst unter dem Kunstbau durch weiter ins Erdreich und es kommt erneut zu Einstürzen.











Anschliessend wird das Betonrohr auf der Gewässer abgewendeten Seite verschlossen.






























Damit die Biber nicht am Kunstbau vorbeigraben und die Strasse oder der Weg in der Folge erneut einstürzt wird parallel zum Gewässer ein Gitter ins Erdreich eingelassen.





























Da beim Einbau von Kuntbauten meist der Zubringertunnel zerstört werden muss um die Löcher richtig zu verschliessen, kann mit einem U-Rohr ein Tunnel zum Gewässer installiert werden. Dies sollte einen Querschnitt von 50 cm aufweisen.
Hierbei ist es wichtig, dass vor dem Kunstbau alles gut vergittert wird. Die Biber graben sonst unter dem Kunstbau durch weiter ins Erdreich und es kommt erneut zu Einstürzen.









Kunstbau kurz vor dem Zuschütten mit Erdreich.














Jeder Biberbau hat ein Luftloch. Die Biber würden sonst versticken. Hier wird mit einem Betonrohr von der Wohnkammer her ein künstliches Luftloch installiert. Dabei muss darauf geachtet werden, dass bei Regen kein Wasser in die Wohnkammer gelangen kann. Am besten führt man das Luftloch mit einer kleinen Betonröhre vom Wohnkessel weg wie im Bild zu sehen ist. 











Kunstbau (links vom Gitter) und Luftloch (rechts vom Gitter) vor der Zuschüttung.













Fertig installierter Kunstbau. Der Wohnkessel liegt direkt unter dem Flurweg. Alles was man noch sieht sind die grossen weissen Steine des Luftlochs.













Fertig installierter Kunstbau. Der Wohnkessel liegt direkt unter dem Fussweg. Das Gewässer befindet sich links hinter der Hecke.















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