Infrastruktur reparieren

Die einfachste Möglichkeit eingestürzte Strassen zu reparieren ist, die entstandenen Löcher mit Kies und grossen Steinen aufzufüllen. Da auch Biberbauten geschützt sind bedarf dies einer Abklärung mit dem Wildhüter oder dem Jagdverwalter. In jedem Fall muss vorgängig abgeklärt werden, ob es sich dabei um einen bewohnten Biberbau handelt. Es muss unbedingt darauf geachtet werden, dass bei einer solchen Aktion keine Biber zu Schaden kommen. Am besten kontaktieren sie vorgängig den zuständigen  Wildhüter oder Jagdverwalter  , er wird Sie dabei beraten.

Weiter unten sehen Sie zwei verschiedene Fälle, bei denen Gitter in einen Hochwasserdamm und bei einer Autostrasse in das Strassenbankett verlegt werden mussten. 


Nachhaltige Lösung suchen 
Stürzt eine Strasse immer wieder an derselben Stelle ein lohnt sich abzuklären, ob ein Kunstbau allenfalls eine dauerhafte Lösung bieten könnte. Grundsätzlich lautet aber auch hier die Lösung:  mehr Uferraum und natürlicher fliessende Gewässer  . Man muss sich unter Umständen aber auch überlegen, einen Feldweg ganz aufzugeben.

 

 




Sanierung Hochwasserdamm am Ellikerbach im Kt. Thurgau

Hochwasserdamm leckt
Der Ellikerbach ist ein sogenannte aufgehängter Bach, d.h. die Bachsohle ist höher als das Land ringsherum und zwischen Bach und Umland ist ein trapezförmiger Hochwasserdamm. Im Bachabschnitt auf dem Bild links haben sich Biber angesiedelt und in den Damm ihre Bauten angelegt.















Beim Hochwasser im März 2006, als der Bach randvoll mit Wasser war, hat der Wasserdruck dem Hochwasserdamm noch den Rest gegeben und das Wasser ist durch die Biberröhren auf der Aussenseite hervorgesprudelt. 















Reparatur Hochwasserdamm
Der Damm musste in der Folge repariert werden. Dazu wurde in der Mitte des trapezförmigen Dammes ein Graben bis auf Höhe der Bachsohle gegraben und ein verzinktes Gitter darin versenkt. Die Biber können jetzt also nur noch bis zum Gitter, aber nicht mehr weiter graben. 













Anschliessend wurde der Graben wieder aufgefüllt und das Erdreich verdichtet.



















Fertigstellung der Dammsanierung.




















Derselbe Damm nur ein halbes Jahr nach der Sanierung.

Kosten
Die Kosten für die 100 m Dammsanierung beliefen sich auf rund 20'000.- Franken.




Sanierung Autostrasse Lyss-Biel an der Alten Aare



Die Autostrasse Lyss-Biel wurde vor rund 50 Jahren sehr nahe oder direkt in die Aue der Alten Aare gebaut. An einer Stelle nähern sich Autostrasse und Alte Aare bis auf wenige Meter (siehe Bild oben). An der Alten Aare finden wir heute einen dichten Biberbestand. Nun haben die Biber einen Erdbau im Streifen zwischen Autostrasse und Alter Aare angelegt. Um die Biber daran zu hindern, unter die Autostrasse zu graben, wurde ein verzinktes Gitter bis auf Höhe Grundwasser in den Boden versenkt.

 











Verzinktes Diagonalgitter, wie es für Festzäune verwendet wird. Das Gitter wird oben mit dem Wildzaun verbunden, damit die Biber nicht zwischen Wildzaun und Gitter durchgraben können.

Kosten 
Die Kosten für diese Sanierung waren noch nicht bekannt beim Layout dieser Seite. 



























 
Achtung! 
5 Jahre nach Einbau des Grabschutzgitters ist an derselben Stelle der Boden erneut eingesackt. Nach dem Öffnen hat sich folgendes Bild gezeigt: 
Der Boden ist kiesig mit einem hohen Sandanteil. Die Biber haben erneut bis zum Gitter gegraben und das Wasser hat im Prallhang der Alten Aare den Sand ausgewaschen.

Werden Grabschutzgitter in sandigen Böden eingebaut sollte auf der Gewässer abgewandten Seite eine Geotextilmatte aufgelegt werden, damit der Sand nicht wegerodiert werden kann!


Bild: Daniel Trachsel

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Flurwegsicherung Griessmooskanal (Gals, Kt. Bern)

Der Flurweg am Griessmooskanal ist mehrmals an denselben eingestürzt, wo Biber ihre Erdbaue angelegt haben. Die Löcher wurden jeweils mit Kies gefüllt (Abb. 1). Da kaum Platz vorhanden war zwischen Wasseroberkante und dem Flurweg um einen Kunstbau anzulegen, haben wir uns entschieden den Weg mit einem senkrecht eingegrabenen Grabschutzgitter zu sichern. 
Das Grabschutzgitter wurde 2 m tief bis auf die Höhe des Normalwassertandes eingegraben. Das Gitter muss so tief eingegraben werden, damit die Biber nicht horizontal unter dem Gitter durchgraben und erst hinter dem Gitter unter den Weg aufsteigen und es erneut zu Einstürzen kommt. 
Das verwendete Gitter war ein doppelt verzinktes Armierungsgitter mit 10 cm Maschenweite (es können auch ganz normale verzinkte Diagonalgeflechte eingebaut werden, wie sie für den Gartenzaunbau verwendet werden; siehe Bilder oben Autostrasse Lyss-Biel). Achtung: Keine 15 cm Maschenweiten verwenden weil sich die Biber da mit dem Kopf durchquetschen können, verklemmen und verenden)! Die Matten waren 8x2 m und wurden immer einzeln eingegraben, also 8 m Graben ausheben, Gitter einlassen, zuschütten und wieder 8 m öffnen. Diese Methode wurde gewählt, weil der Boden nicht sehr stabil war und der Graben hätte einstürzen können. 


Die ganze Massnahme wurde auf 50 m Länge durchgeführt, weil mehrere Baue unter der Ufervegetation angelegt wurden. Wenn es sich nur um einen einzigen Bau handelt, der einstürzt, reichte es, wenn auf beiden Seiten des Baus auf 10 m ein Gitter eingegraben wird. Dies verhindert dann, dass eine Vergrösserung des Baus zu weiteren Einstürzen des Weges führen kann. 
Kosten: 13'963.60

20180312_IMG_2138.jpgAbb.1: Ehemaliger Biberbau unter dem Flurweg, der mit Kies aufgefüllt wurde. 
 

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Abb. 2 & 3: Ein 80 cm breiter Graben zwischen Flurweg und Böschung wird ausgehoben.
 
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Abb. 4 & 5: Ein doppelt verzinktes Armierungsgitter mit Maschenweite 10 cm wird eingegraben. 
 

20180312_IMG_2124.jpgAbb. 6: Der Graben wird mit Kies zugeschüttet und verdichtet.