"KODIERUNG DER ""STRUKTUREN""" Diese Kodes sollen die Erfassung und Ablage der Beobachtungen in Datenbanken wie auch ihre Auswertung erleichtern. S SUBSTRAT, MIKROHABITAT Falls der beobachtete Organismus sich im oder unter dem Substrat befindet, wird ein Ausrufzeichen angefŸgt (!) Beispiel: Lebewesen auf dem Schlammgrund beobachtet: S 11 Beobachtetes Lebewesen befindet sich im Schlamm: S 11! S 0 Beton, Bitumen (KŸnstliche, kompakte und sterile Unterlage) S 01 Beton, Mšrtel S 02 Teer S 03 Glas, Keramik, Kunstoff, Metall S 04 Holz (Bretter, GebŠlk, usw.) S 1 Schlamm, Ton, Lehm (Mineralische Bšden mit vorherrschend kleiner Kornfraktion, wenig wasserdurchlŠssig) S 11 Schlamm, Schlick S 12 Ton S 13 Lehm S 14 gemischter Boden mit vorwiegend Feinpartikeln, kaum organische Substanzen (inkl. tiefere Bodenhorizonte) S 2 Sand, Kies S 21 Sand S 22 Kies S 23 Kiesgrund mit wenig organischem Anteil (inkl. tiefere Bodenhorizonte) S 3 Schotter, Steine, verwitterter Fels (Sehr grobkšrnige, mineralische Unterlage mit HohlrŠumen) S 31 Schotter S 32 Steine (inkl. verstreute Einzelsteine) S 33 verwitterte, mineralische Partikel S 4 Anstehender Fels, Steilwand, grober Block (Massive, natŸrliche Gesteinsunterlage) S 41 Felsplatte, schrŠge FelsoberflŠche S 42 senkrechte Felswand S 43 †berhang, Felsvorsprung S 44 grosser Felsblock S 5 Boden mit organischen Bestandteilen (Unterlage aus mehr oder weniger zersetztem organischen Material) S 51 Torf S 52 Rohhumus, Moder S 53 Mull (organisch angereicherter Oberboden) S 54 Kompost S 55 Mist S 56 Kot, Dung S 57 Kadaver, verwesender Kšrper S 6 Organische Auflage (schwach zersetztes pflanzliches Gewebe) S 61 Laubstreue S 62 Riedstreue, Heu S 63 Stengel, abgestorbenes Feinastmaterial S 64 totes Astmaterial, toter Baumstamm S 65 abgestorbene BaumstrŸnke S 66 Wurzeln S 67 Rinde S 68 SpŸlsaum, Hochwassersaum mit org. Auflage S 7 Lebendes, nicht verholztes Gewebe S 71 BlŠtter S 72 Stengel S 73 BlŸten S 74 FrŸchte, Samen S 75 Wurzeln S 76 Flechten S 77 Pilze S 78 Moose S 79 Algen S 8 Lebendes Holzgewebe S 81 BlŠtter S 82 Zweige S 83 Ast (> 10 cm ¯) S 84 Stamm S 85 Rinde S 86 Strunk S 87 Wurzeln S 88 BlŸten S 89 FrŸchte, Samen S 9 Andersartige Unterlagen, weitere Mikrohabitate S 91 Luft (Individuum im Flug) S 92 Wasser (Individuum schwimmend oder treibend) S 93 Eis, Schnee S 94 Nest S 95 Bau (in der Erde) S 96 Ameisenhaufen G GR…SSENORDNUNG Die Angabe soll die minimale Ausdehnung des Biotops einschŠtzen (ab Beobachtungsstelle oder Schwerpunkt der Lebensraumeinheit) Beispiel: Waldstreifen von 50 m Breite: 6 G 7 G 0 nicht abschŠtzbar (die Lebensraumeinheit befindet sich zB. in einem Mosaik mit anderen Einheiten) G 1 weniger als 50 cm breit G 2 zwischen 50 cm und 1 m breit G 3 zwischen 1 und 2 m breit G 4 zwischen 2 und 4 m breit G 5 zwischen 4 und 10 m breit G 6 zwischen 10 und 30 m breit G 7 zwischen 30 und 100 m breit G 8 zwischen 100 und 1000 m breit G 9 breiter als 1000 m E ALLGEMEINE UMGEBUNG (AREALE) Die fŸr die Beurteilung der Umgebung zu berŸcksichtigende GesamtflŠche muss mindestens 4 ha betragen. Beispiel: Felsensteppe (4.2.1.1) auf Auenterrasse: 4.2.1.1 E 12 E 1 Vorwiegend NaturrŠume E 11 Seegebiet (inkl. Schwemmufer) E 12 Auengebiet (Hauptgerinne) E 13 Waldgebiet (inkl. subalpine Heiden): Gehšlzdeckung > 75% E 14 Felsen, unbewaldeter Steilhang unterhalb der Waldgrenze E 15 Alpine Rasen und andere alpine Lebensraumtypen E 2 UnŸberbautes Kulturland und FreiflŠchen E 21 Landwirtschaftszone mit vorwiegend GrasertragsflŠchen (Wiesen, Weiden) E 22 Landwirtschaftszone mit vorwiegend Ackerland (Grosskulturen, Weinberge, usw.) E 23 BegrŸnte Areale (Reitsportanlagen, Sportanlagen, GolfplŠtze, GartenbŠder, stŠdtische GrŸnanlagen, Flugfelder, SchiessstŠnde, Friedhšfe, usw.) E 24 UnbegrŸnte Areale (Abfalldeponien, SteinbrŸche, Kiesgruben, Tongruben, …dlandgelŠnde, Rangierbahnhšfe, usw.) E 3 Areale im Siedlungsraum E 31 Wohngebiet mit GŠrten E 32 Altstadt, Zentrumgebiet und Dorfkern E 33 Industrie- und Gewerbegebiet C KONTAKTE Beispiel: Trockenrasen (4.2) in Kontakt mit einem Pfeifengras-Fšhrenwald (6.4.1, Molinio-Pinion): 4.2. C 6.4.1 "Die Kodierung der angrenzenden Standorte folgt derjenigen der Lebensraumtypen, wobei mit dem Genauigkeitsgrad gespielt werden kann (C 6 = angrenzender Wald; C 6.4 = im Kontakt mit einem wŠrmeliebenden Fšhrenbestand; C 6.4.1 = im Kontakt mit dem Molinio-Pinion)." Im Prinzip wird man sich auf die wichtigste(n) angrenzende(n) Einheit(en) beschrŠnken (3 im Maximum). Es geht nicht darum, alle anstossenden Biotoptypen zu erfassen (weil oft ein Biotop von vielen anderen umgeben ist), sondern eine dem Zweck der Erhebung dienende Auswahl zu treffen. Beispiel: "1) am hŠufigsten angrenzende Einheit;" "2) dem Beobachtungsstandort nŠchste anstossende Einheit;" 3) fŸr die beobachtete Art relevanteste Nachbareinheit. C 0 Kein Kontakt (die Einheit belegt eine ausgedehnte FlŠche) C 1 bis C 9 Standorte gemŠss Lebensraumtypologie I EINSCHL†SSE Beispiel: Trockenrasen (4.2) mit GebŸschen (5.3) und vereinzelten BŠumen (6.0): 4.2. I 5.3/6.0 "Die Kodierung der eingeschlossenen Standorte folgt derjenigen der Lebensraumtypen, wobei der Genauigkeitsgrad gewŠhlt werden kann (I 5.3 = eingeschlossene StrŠucher, GebŸsche; I 5.3.2 = Berberidion fragmentarisch enthalten)." GrundsŠtzlich wird man sich auf die wichtigste(n) eingeschlossene(n) Einheit(en) beschrŠnken (max. 3). Es geht nicht darum, alle enthaltenen Biotoptypen zu erfassen (es kšnnen viele sein), sondern eine dem Zweck der Erhebung dienende Auswahl zu treffen. Beispiel: "1) hŠufigste eingeschlossene Einheit;" "2) vom Beobachtungsstandort aus nŠchster eingeschlossener Lebensraum;" 3) fŸr die beobachtete Art relevantester eingeschlossener Lebensraum (Lesesteinhaufen fŸr Reptilien, etc.). I 0 Keine EinschlŸsse I 1 bis I 9 Standorte gemŠss Lebensraumtypologie, bzw. davon abgeleitet: I 1 TŸmpel, PfŸtzen, Rinnsale, Quelle I 2 Moorflecken I 3 Vereinzelte Steine, aus dem Boden ragende FelsstŸcke I 4 Grasbewachsene FelsbŠnder, Wiesenfragmente I 5 Flecken von Hochstauden, einzelne GebŸsche I 6 EinzelbŠume, Feldgehšlze I 7 Flecken von Ruderalvegetation I 8 Gartenbeete I 9 Abseits stehende GebŠude, Strassen, Wege A ANTHROPOGENE ST…RUNGEN Es kšnnen maximal 3 verschiedene Arten angegeben werden. Beispiel: Abgebrannte, magere MŠhwiese (4.2): 4.2. A 1/6 A 1 Mahd A 2 Beweidung A 3 †berdŸngung, Eutrophierung A 4 Stark naturfern gestalteter Lebensraum (kanalisiert, betoniert, usw.) A 5 Pflanzung nicht einheimischer Arten (Exoten) A 6 Feuer, Abbrennen A 7 Mechanische Stšrungen (Baggern, Fahrspuren, Tritt, motorisierter Verkehr, usw.) A 8 Chemische Verschmutzung (ausgenommen Eutrophierung) A 9 ZerstŸckelter und zerschnittener Lebensraum (Strassen, usw.) A 10 Stšrungen infolge der Anwesenheit von Menschen A 11 RegelmŠssige Nachtbeleuchtung H HYDROLOGIE Die Aussage jeder Kategorie lehnt sich an den entsprechenden Lebensraumbereich bzw. -typ (in Klammern) an. H 1 Schlechte bis keine Wasserversorgung Trockenstandorte, vom Regen abgeschirmte Standorte (Kapitel 3, 4, 5 und 9). NB.: H 1 trifft nie auf die Kapitel 1, 2, 6, 7 und 8 zu. H 2 Schwankende, schlechte Wasserversorgung "Standorte, die oft trocken liegen (PfŸtzen, Karrenspuren; Kapitel 1)" "oder den Grundwasserstandsschwankungen ausgesetzt sind; kurzlebiger " "Pflanzenbewuchs (Kapitel 2);" Magerstandorte (Kapitel 3, 4, 5, 6, 7, 8 und 9). H 3 Schwankende, mittlere Wasserversorgung Sehr schwankender Wasserstand (1.1), bzw. Abfluss (1.2, 1.3), gelegentliche "Trockenlegung (Kapitel 1); " "Schwankender Grundwasserspiegel, gelegentliche Austrocknung (Kapitel 2);" Frisches bis mesophiles Mikroklima (Kapitel 3, 4, 5, 6, 7, 8 und 9). H 4 Schwankende, gute Wasserversorgung "Schwankender Wasserstand (1.1), bzw. Abfluss (1.2, 1.3), (Kapitel 1);" "Schwankender, aber durchschnittlich hoher Grundwasserspiegel (Kapitel 2);" "RegelmŠssig bewŠssert oder geflutet (Kapitel 4);" †berschwemmbarer oder feuchter Standort (Kapitel 3, 5, 6, 7, 8 und 9). H 5 Konstante, gute Wasserversorgung "Gleichbleibender Wasserstand (1.1), bzw. Abfluss (1.2, 1.3), (Kapitel 1);" "Gleichbleibender, hoher Grundwasserspiegel (Kapitel 2);" "Dauernd vernŠsst (Kapitel 3, 5, 6 und 9);" NB.: H 5 trifft nie auf die Kapitel 4, 7 und 8 zu. D DYNAMIK DER EROSIONS- UND AKKUMULATIONSVORG€NGE Die Aussage jeder Kodierung lehnt sich an die entsprechenden Lebensraumkategorien (Kapitel GewŠsser, Wald, etc.) an. D 1 Akkumulation "Verlandung, Sedimentationszone (Kapitel 1; Entwicklung zum Kapitel 2);" "Verbuschung, Bodenreifung (Kapitel 2; Entwicklung zum Kapitel 5);" "Bildung geschlossener Pflanzendecke (Kapitel 3; Entwicklung zu den " "Kapitelen 4 und 5);" "AnhŠufung von Streue, Verbuschung (Kapitel 4 und 7; Entwicklung zum Kapitel 5);" "Bewaldung (Kapitel 5; Entwicklung zum Kapitel 6);" "AltbŠume, angehŠuftes Totholz (Kapitel 6);" "AnhŠufung von Streue, PflanzenrŸckstŠnde (Kapitel 8; Entwicklung zum Kapitel 7);" Mist, Kompost, AbfŠlle (Kapitel 9). D 2 Erosion "Erosionszone, Wildbachregime (Kapitel 1);" "Erosionszone, Wellenschlag-Bereich (Kapitel 2);" Unstabiles, brŸchiges Substrat, Abbruch von Fels und Eis, Wasserabtragungszone, "etc. (Kapitel 3); " "Unstabiles Substrat, Boden mit Solifluktions- oder Kryoturbationserscheinungen; " "Wiese mit offenen BodenflŠchen (Kapitel 4); " Unstabiles Substrat, hochwasser-, steinschlag- oder lawinenexponiert, (Kapitel 5 "und 6); " Unstabiles Substrat, Bodenerosion, Grabenbildungen (Kapitele 7, 8 und 9). O SPEZIALOBJEKTE Die folgenden Begriffe dienen der Bezeichnung spezieller Objekte. Abfalldeponie Flussdelta SŠgerei Absetzbecken FlussmŸndung Schwimmbad Acker Friedhof See (>10 ha FlŠche) Ackerterrasse Garten: Botanischer Garten See: Berg- Autobahn-Mittelstreifen Garten: Familiengarten See: Stau- Bach Garten: GemŸse- Seeufer Bach (Wild-) Graben (stehendes Wasser) Skipiste Bahn: Geleise Grube: GŸlleloch Sportplatz Bahn: Rangierareal Grube: Kies- Steilufer Bankett (Randstreifen) Grube: Ton- Steinbruch Barriere (EinzŠunung) Grube: Torf- Strand Baumallee Grundwasser Teich in Garten Baumpark (Arboretum) Hafen Teich in Kiesgrube BegrŸntes Dach Hangfuss Teich mit kŸnstlichem †berlauf BewŠsserungsgraben, -rinne Hangmoor Thermalquelle Blockwurf Hangoberteil, -scheitel Torfstich Bšschung: Absturz Hecke: Baum- TŸmpel Bšschung: Autobahn Hecke: Mittel- (HochstrŠucher) Tunnel Bšschung: Eisenbahn Hecke: Nieder- (KleinstrŠucher) †berhang Bšschung: gemŠhte Kanal- Heckenlandschaft Waffenplatz Bšschung: Strasse Hochwasserabscheider (†berlaufbauwerk) Wald: Dickung ( <10 cm) BrachflŠche (Kulturrotation) Kahlschlag Wald: Hochwald BrŸcke (Ÿber Wasserlauf) Kanal mit Natursohle Wald: Mittel- Brunnen Kanal zur EntwŠsserung Wald: Nieder- Einzelbaum, SolitŠrbaum Kanal, betoniert Wald: Stangenholz ( >10 cm) Feldgehšlz Karst: Doline Waldrand nur mit Mantel Felsband, bewachsen Karstiges GelŠnde Waldrand ohne Abschluss Felsenheide (garide) Kiesstrand Waldrand vollstŠndig gestuft Felswand Lawinenrunse Wasserfall Feuerstelle Mast WasserpfŸtze, Schlenke Fischzuchtanlage MilitŠr: Bunker Weide im Feuchtgebiet, Moor Flachwasser MilitŠr: Panzersperre Weide im Wald Flugfeld MotocrossgelŠnde Wiese: extensiv Fluss …dland, vergandetes Land Wiese: intensiv genutzt Fluss, eingedŠmmt Parkanlage (StadtgrŸn) Wiese: Streuewiese Fluss, natŸrlich Parkplatz Windbruch/-wurf (Wald) Flussaltarm RŸckhaltebecken Ziegelei